Deutsch-japanischer Dialog in Linden: Hoher Besuch und ein glücklicher Zufall am Ludwigsplatz
Der Festtag startete pünktlich um 09:00 Uhr im Rathaus: Bürgermeister Fabian Wedemann hieß die japanische Delegation aus Warabi herzlich willkommen. Nach einer feierlichen Begrüßung und einer gemeinsamen Führung durch die Räumlichkeiten folgte das traditionelle Überreichen der Präsente als Zeichen der gegenseitigen Wertschätzung.
Im Anschluss führte Museumsleiter Dr. Lothar Worm die internationalen Gäste persönlich durch das Heimatmuseum. Das Programm war speziell auf die Delegation abgestimmt, um ihnen tiefe Einblicke in die Lindener Kultur und Geschichte zu vermitteln. Der Austausch setzte sich beim gemeinsamen Mittagessen im Landgasthof „Zum Löwen – beim Philipp“ in intensiven Gesprächen fort.
Ein glücklicher Zufall verlieh dem Nachmittag eine besondere Note: Pünktlich zur Anwesenheit der weit gereisten Delegation traf die Hessische Staatsministerin Heike Hofmann persönlich vor Ort ein. Im Beisein der sichtlich beeindruckten Gäste überreichte sie einen Förderbescheid, der den Ludwigsplatz in eine barrierefreie Freizeitstätte verwandeln wird – ein zukunftsweisendes Projekt für Linden, das die japanische Delegation somit hautnah miterleben konnte.
Das große Jubiläumsfest – Ein halbes Jahrhundert gelebte Völkerverständigung
Der offizielle Festakt & Showprogramm
Ein Abend voller Höhepunkte – Musikcorps, Tattle Tales, Black Outs und die Jubiläumstorte
Ab 18:00 Uhr stand die Volkshalle Leihgestern ganz im Zeichen des großen Jubiläums „50 Jahre Freundschaft Warabi-Linden“. Unter der Schirmherrschaft des japanischen Generalkonsuls Takeshi Ito und in Anwesenheit von Vizekonsulin Maiko Okuno erlebten die geladenen Gäste einen unvergesslichen Abend voller Höhepunkte.
Für einen glanzvollen musikalischen Rahmen sorgte die feierliche Darbietung des Musikcorps. Große Begeisterung im Saal entfachten zudem die zwei dynamischen Showtanz-Auftritte der „Tattle Tales“ und der „Black Outs“, die das festliche Programm schwungvoll auflockerten. Ein absoluter kulinarischer und optischer Blickfang des Abends war der gemeinsame, feierliche Anschnitt der prachtvollen Jubiläumstorte nach dem Festessen.
Auch politisch wurde ein historischer Meilenstein gesetzt: Neben dem offiziellen Geschenkeaustausch wurden auf der Bühne die Urkunden zum 50-jährigen Bestehen der Freundschaft sowie zum 25-jährigen Jubiläum der offiziellen Städtepartnerschaft feierlich unterzeichnet. Zudem trugen sich die Ehrengäste unter großem Applaus in das Goldene Buch der Stadt Linden ein.
Der nächtliche Ausklang – Die Botschaft & das Herzstück
Warum diese Partnerschaft einzigartig ist: Das dicke Lob des Generalkonsuls und ein Gänsehaut-Moment zum Abschluss des Tages
Der tiefe emotionale Höhepunkt des Abends gehörte den Festreden der Bürgermeister Fabian Wedemann und Hideo Yoritaka, der Präsidenten Dr. Ulrich Lenz und Kozue Ueno sowie der Stadtverordnetenvorsteherinnen Keiko Ooishi und Karin Lenz ( Stellvertreterin).
Ein besonderes, höchstes Lob sprach Generalkonsul Takeshi Ito aus: Er zeigte sich zutiefst beeindruckt vom gelebten „Homestay“-Prinzip, bei dem die Gäste direkt in privaten Gastfamilien untergebracht sind. Generalkonsul Ito würdigte dies als ein absolut beispielgebendes und einmaliges Projekt – in seinem gesamten Zuständigkeitsbereich und auch darüber hinaus habe er noch nie von einer vergleichbaren Initiative gehört.
Von Herzen und Wohnzimmern – Die zentrale Botschaft des Abends
Die bewegenden Festreden und der hymnische Ausklang –
Wahre Partnerschaft lebt nicht auf der Bühne, sondern in den Wohnzimmern der Gastfamilien, beim gemeinsamen Alltag und beim Lachen trotz Sprachbarrieren. Zum tief bewegenden Abschluss erhoben sich alle Gäste, um gemeinsam die Stadt- und Nationalhymnen zu singen – ein echter Gänsehaut-Moment. Das traditionelle japanische rhythmische Abklatschen Sanbon-jime besiegelte schließlich als stimmungsvoller Schlusspunkt den Erfolg des Festes und entließ die Gäste mit bester Stimmung in die Nacht.
💡 INFO-BOX
Hintergrund-Wissen: Was bedeutet Tejime und Sanbon-jime?
Das rhythmische Abklatschen am Ende des Galaabends ist ein fester und feierlicher Bestandteil der japanischen Kultur:
• Tejime (手締め): Dieser Brauch bezeichnet das gemeinsame, rhythmische Klatschen in die Hände zum Abschluss eines erfolgreichen Ereignisses. Es symbolisiert Erleichterung, Dankbarkeit, das friedliche Ende des Festes und das gemeinsame Band aller Anwesenden.
• Sanbon-jime (三本締め): Dies ist die feierlichste und ausführlichste Variante des Tejime. Sie besteht aus drei Durchgängen mit einem ganz bestimmten Rhythmus: dreimal drei Klatscher und ein finaler Einzelschlag: 3-3-3-1. Das Muster steht traditionell für Glück, Wohlstand und den Wunsch nach einer erfolgreichen gemeinsamen Zukunft.
